Viele Frauen in meiner Praxis haben ein gutes Gefühl, weil sie sich gesund, frisch und abwechslungsreich ernähren - doch reicht das wirklich immer aus? Eine gesunde und vielseitige Ernährung legt unbestritten eine gute Basis für die Gesundheit und das Wohlbefinden, was gerade in dieser Lebensphase sehr wichtig ist. Trotzdem erleben viele Frauen Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme. Welche Aufgaben besitzen die verschiedenen Mikronährstoffe in unserem Körper? Warum kann es sinnvoll sein, den Körper zusätzlich mit Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zu unterstützen? Wie gehst du am besten bezüglich NEMS vor?
In den Wechseljahren, die bereits mit 40 Jahren beginnen können, verändert sich der Hormonhaushalt langsam grundlegend. Neben der natürlichen Veränderung der Hormonproduktion gibt es eine Vielzahl von Faktoren, welche das Gleichgewicht der wichtigen Steroid- und Schilddrüsenhormone zusätzlich beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem die zur Verfügung stehenden Vitamine und Mikronährstoffe. Gerne stelle ich dir einige wichtige Mikronährstoffe vor, die für die Synthese der Steroidhormone besonders relevant sind:
- B-Vitamine: sind wichtig für den Energiestoffwechsel, die Hormonbildung, die Blutbildung, das kardiovaskuläre System, für Haut, Schleimhaut und Wundheilung sowie alle Stoffwechselvorgänge.
- Eisen/Ferritin: ist ein sehr wichtiges Spurenelement unseres Körpers. Die Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff und Elektronen, Eisen unterstützt aber auch den Energiestoffwechsel.
- Magnesium: ist ein lebenswichtiges Mineral, das an sehr vielen enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt ist. Es spielt eine grosse Rolle bei der Muskelkontraktion, der Nervenfunktion und der Regulation des Blutzuckerspiegels. Studien haben gezeigt, dass es auch die Hormonproduktion beeinflussen kann. Magnesium ist in verschiedenen Verbindungen erhältlich (z.B. Magnesiumcitrat, -aspartat, -orotat, -oxid). Da nicht alle gleich gut verträglich sind, macht es Sinn, verschiedene Produkte auszuprobieren.
- Omega 3-Fettsäuren: sind essentielle Fettsäuren, was bedeutet, dass sie für unseren Körper lebensnotwendig sind und von Aussen zugeführt werden müssen. Sie haben entzündungshemmende Eigenschaften, sind an der Regulierung von zahlreichen Körperfunktionen beteiligt und können die Produktion der Hormone beeinflussen. Dabei ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 wichtig.
- Vitamin D3: wird als DAS Sonnenvitamin bezeichnet, da der Körper es auch durch Sonneneinstrahlung selber bilden kann (bei uns nur in den Sommermonaten möglich). Das Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems, der Knochengesundheit, in der Zellfunktion und kann die Hormonproduktion beeinflussen.
- Zink: ist ein essentielles Spurenelement, das an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt ist. Es ist wichtig bei der Immunfunktion, der Zellteilung, der Wundheilung und für einen gesunden Hormonhaushalt.
Für eine optimale Schilddrüsenfunktion sind noch weitere Mikronährstoffe wichtig, auf die ich aber in einem anderen Blog gerne eingehe.
Wie bereits erwähnt, ist für einen gesunden Hormonhaushalt ein ausgewogener Vitamin- und Mikronährstoffstatus entscheidend. Selbst mit einer sehr bewussten Ernährung ist es heute schwer, den Bedarf vollständig über das Essen zu decken. Mögliche Gründe dafür sind:
- Weniger Nährstoffe: Laut durchgeführten Studien in verschiedenen Ländern, enthalten die heutigen Lebensmittel oft viel weniger Mineralstoffe und Vitamine als früher. Das bedeutet, dass es viel schwieriger ist, die benötigten Mengen alleine durch die Ernährung zu decken. Viele Wissenschaftler empfehlen heute nicht mehr nur 5 Portionen Früchte und Gemüse pro Tag, sondern gar deren 9 Portionen. Eine Portion entspricht einer Menge, die in der Hand Platz hat.
- Durch Stress, Schlafmangel und hormonelle Schwankungen steigt der Bedarf an Mikronährstoffen an - bei Dauerstress sogar massiv. Zum Stress gehören neben belastenden Situationen bei der Arbeit, in der Beziehung, mit Eltern, mit Kindern, Ärger in der Nachbarschaft auch Entzündungen, Schmerzen oder Belastungen durch Umweltgifte.
- Die Aufnahmefähigkeit von Mikronährstoffen im Darm kann sich mit den Jahren verschlechtern, so dass viel mehr zugeführt werden muss, um eine genügende Menge im Blut zu erreichen. Hier spielt die Gesundheit des Darms und die Zusammensetzung des Mikrobioms eine entscheidende Rolle. Deshalb wird bei meiner Begleitung die Darmgesundheit immer mit einbezogen.
Da ich in meiner Praxis mit den Mikronährstoffen therapeutisch arbeite, veranlasse ich oft zu Beginn der Therapie die Testung der notwendigen Mikronährstoffe im Blut. Aufgrund der nachgewiesenen Werte ergibt sich die Dosierung der einzelnen Stoffe. Ich rate davon ab, höhere Dosierungen einfach selbstständig einzunehmen, da ein zu viel der Mikronährstoffe auch schädlich sein kann. Es gilt die Devise "die Menge macht das Gift".
Möchtest du mehr darüber erfahren oder deine persönliche Situation anschauen lassen? dann melde dich gerne bei mir, ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme!
